Die Mont Blanc Region

Die Dackel Paul und Luca sind zufrieden mit der Gegend

Mein erster Eindruck von der Mont Blanc Region

Die Autobahnstrecke durch die Schweiz nach Martigny, das Dreiländereck der Schweiz, ist trist und fad und führt stumpfsinnig über hässliche Autobahnabschnitte.

Martigny: Einmal reicht. Zweimal ist eindeutig zu viel.

Schon im letzten Jahr bin ich hier durchgekommen, damals auf dem Weg Richtung Italien. Und bereits damals hatte ich einen Gedanken, der sich offenbar ziemlich hartnäckig in meinem Kopf festgesetzt hat: Wer in Martigny übernachtet und vorher noch keine Depressionen hatte, könnte anschließend zumindest wissen, wie sich die architektonische Vorstufe davon anfühlt.

Dabei kann Martigny eigentlich überhaupt nichts für seine Lage. Im Gegenteil. Die Lage ist spektakulär. Hier treffen große Alpentäler aufeinander, rundherum stehen die Berge und von hier aus kommst du in verschiedene Richtungen auf fantastische Alpenrouten. Für Motorradfahrer, Mountainbiker, Skifahrer und Menschen, die gerne mit dem Auto über hohe Pässe fahren, ist Martigny als Ausgangspunkt geradezu genial.

Nur hübsch ist es nicht.

Jedenfalls nicht für mich.

Martigny liegt unten im Rhônetal und wird von gewaltigen Bergen regelrecht eingerahmt. Was auf der Landkarte dramatisch und alpin aussieht, fühlt sich unten im Ort erstaunlich düster an. Dazu kommen Wohnblöcke und Gebäude, bei denen offenbar irgendwann beschlossen wurde, dass Berge ringsherum bereits genügend Schönheit darstellen und man sich deshalb bei der Architektur keine weitere Mühe geben müsse.

Natürlich gibt es auch schönere Ecken. Bevor mir jetzt jemand erbost schreibt, Martigny besitze selbstverständlich historische Gebäude, Kultur und ganz reizende Straßen: glaube ich sofort. Ich habe sie nur offenbar konsequent nicht dort gefunden, wo ich entlanggefahren bin.

Martigny von Oben

Stattdessen sehe ich Beton, große Häuser, Verkehr und Berge, die so dicht um das Tal stehen, dass ich das dringende Bedürfnis bekomme, möglichst schnell irgendwo hinaufzufahren.

Und genau das mache ich jetzt.

Ich fahre Richtung Col de la Forclaz und Châtelard-Frontière, weiter Richtung Frankreich.

Und Martigny besitzt dabei eine ganz erstaunliche Eigenschaft: Je höher man fährt und je weniger man davon sieht, desto schöner wird es.

Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Die Bebauung wird weniger, die Berge rücken stärker in den Vordergrund, das Tal liegt zunehmend unter einem und plötzlich passiert genau das, weshalb ich überhaupt hierhergefahren bin.

Die Alpen übernehmen wieder das Kommando.

Und während Martigny langsam hinter mir verschwindet, denke ich: Genau. So gefällt mir die Schweiz wieder.

Martigny ist für mich deshalb kein Urlaubsort. Es ist ein Verkehrsknotenpunkt mit einer geradezu unverschämt guten Ausgangslage. Hier kann man abbiegen, weiterfahren, Berge erklimmen und fantastische Landschaften erreichen.

Der Col de la Forclaz

Sehnsuchtsvoll schaue ich in Martigny auf die Schilder am Kreisel, ein Schild zeig Richtung St Bernhard Pass, eines Richtung Col de la Forclaz .

Ich denke plötzlich an mein Wohnmobil und an meine zweite Italienrunde, wo ich genau vor einem Jahr hier nach Italien gestartet bin.

Ich hatte mit dem Wohnmobil in Andermatt übernachtet und mir hier im Wallies die verschiedenen Pässe angeschaut, insbesondere der Grimselpass, Furkapass und überhaupt die ganze Umgebung hier hatte mich extrem beeindruckt. Camping ist hier extrem preiswert und überall stehen auch Wohnmobile frei. Aber Übernachtungen auf der Schweizer Seite: undenkbar! Jedenfalls für mein bescheidenes Budget.

Aber genau wie in Martigny sind auch auf der Italienischen Seite die Täler unten düster und „eingekesselt“. Das Aostatal ist auch nicht freundlich und schön bergig, sondern erdrückend. Finde ich als norddeutscher Flachländer jedenfalls, besser ist, man fährt in eines der spektakulären Seitentäler hoch.

Auf dem Col de la Forclaz konnte man echt gut parken und direkt eine schöne Wanderung unternehmen.

Wandern am Col de laz Foclaz

Rhone

Nach der Wanderung und eine kleine Stärkung zu unverschämten Schweizer Preisen fuhr ich dann hinunter nach Frankreich. Es gibt noch eine richtige Grenze, genau wie auf der italienischen Seite, daher merkt man schnell, wann man Frankreich erreicht hat. Aber die Preise ändern sich hier im Mont Blanc Gebiet nicht wesentlich zu Schweizer Preisen. Übernachten kostet hier immer deutlich über 100€ und es ist weit weg von nett.

Um so tiefer man ins Tal kommt, umso dunkler wird es. Die meisten Hotels in meiner Preisklasse lagen direkt an Hauptstraßen und sahen schlimm aus.

Charmonix war noch ganz ok, aber noch teurer als alles andere.

Ich beschloss dann, dass ich hier nicht übernachten kann, vielleicht war ich einfach nur müde, aber mir fehlte komplett dieses: hier will ich bleiben – Gefühl.

Es beschlich mich eher ein Hier will ich wieder weg Gefühl.

Es war heiß und angenehm windig, der Himmel strahlend blau, am Wetter lag es nicht.

Es lag eher daran, dass ich mir es anders vorgestellt hatte.

Dolomiten Feeling oder Zillertal Feeling kam hier jedenfalls nicht auf.

Die Region Haute Sevoi, so heißt es hier, ist ziemlich beliebt bei den Touries, deswegen liegt es vermutlich an mir, dass ich es nicht mag. Aber man hat ihr eben keine freie, freundliche Bergwelt zum Durchatmen. Kommt ja vielleicht noch. Ich bin gestern ja erst angekommen.

Jedenfalls hatte ich dann gedacht, ich such mir einen Schlafplatz oben auf dem Berg und das fand ich auch in Passey. Als ich dort von der Hauptstraße abbiegen konnte und mich Kilometer um Kilometer einen Berg hochschraubte, fühlte ich schon ziemlich Erleichterung

Parkplatz am Hotel.

Oben erwartete mich ein riesiges, hässliches Hotel und ich war offensichtlich der einzige Gast, obwohl es so geschätzt 300 Zimmer hier gab. Die Umgebung war aber echt ganz hübsch und tolle Aussicht.

Aber das Hotel ist eine richtige Absteige. Ok, sauber wars, aber dringends renovierungsbedürftig. Das Zimmer war gerade so groß wie mein Bett und ein winziges Bad quetsche sich daneben. Mein Wohnmobil war locker doppelt so groß.

Das ganze dann auch noch für über 100€ 🤣😱🤪.

Ich beschloss dann gestern Abend, dass es mir reicht mit Berge und buchte mir ein Hotel unten am See. Angeblich sind am 1.9 überall Hunde am Wasser erlaubt und es sollte jetzt über 28 Grad werden. Ende der Woche kommt Sabrina und wir fahren noch mal in eine andere Region hoch in die Berge.

Ich halte euch auf den Laufenden. Im Moment finde ich die Gegend nicht schön und es ist hier auch total viel verboten mit Hund das hatte ich hier mal zusammengestellt: Ziemlich viele Hundeverbote in den französischen Alpen


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Ich bin Daniela

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