Route des Grandes Alpes

Route des Grandes Alpes: Die spektakuläre Alpenstraße vom Genfersee bis ans Mittelmeer

Wer mit dem Auto in die französischen Alpen fährt, kann natürlich einfach das Navi einschalten, das Urlaubsziel eingeben und sich möglichst schnell über Autobahnen und Schnellstraßen dorthin bringen lassen. Man kann aber auch irgendwann beschließen, dass der Weg jetzt endgültig genug Mittel zum Zweck gewesen ist und ab sofort selbst zum Urlaub gehört.

Und dafür gibt es in Frankreich eine Straße, beziehungsweise vielmehr eine ganze Folge von Straßen, die ziemlich schwer zu übertreffen ist: die Route des Grandes Alpes.

Sie beginnt am Genfersee, führt quer durch die französischen Alpen über einige der berühmtesten Hochalpenpässe Europas und endet schließlich am Mittelmeer. Die Hauptroute ist rund 720 Kilometer lang und überwindet auf dem Weg nach Süden insgesamt mehr als 17.000 Höhenmeter. Der höchste Punkt der Hauptroute liegt am Col de l’Iseran auf 2.764 Metern; bezieht man die offiziellen Varianten mit ein, kommt man an der Cime de la Bonette sogar auf 2.802 Meter. (Route des Grandes Alpes)

Man muss diese 720 Kilometer allerdings überhaupt nicht komplett fahren.

Der erste Abschnitt ab Genf

Der Weg ist das Ziel – schöner fahren statt schnell ans Ziel

Und genau das macht die Route für mich gerade interessant, denn ich fahre selbst in die Region, werde zunächst in der Gegend von Genf sein und anschließend weiter in die französischen Alpen fahren. Also habe ich mir die Route einmal genauer angesehen und festgestellt: Man kann sich wunderbar einzelne Abschnitte herauspicken, irgendwo übernachten und die Route anschließend wieder verlassen.

Dieser Beitrag ist deshalb zunächst meine Recherche vor der Reise. Ich bin die Route des Grandes Alpes noch nicht selbst gefahren, habe für meine Planung die offiziellen Streckeninformationen recherchiert und mir von ChatGPT beim Suchen und Sortieren helfen lassen. Nach der Reise werde ich ergänzen, welche Abschnitte ich tatsächlich gefahren bin und natürlich eigene Fotos hinzufügen.

Wo beginnt die Route des Grandes Alpes?

Das ist für alle interessant, die über Genf anreisen.

Der offizielle Startpunkt der Route des Grandes Alpes liegt nämlich nicht in Genf und auch nicht in Annecy, sondern in Thonon-les-Bains am französischen Südufer des Genfersees.

Vor dem Tourismusbüro von Thonon-les-Bains befindet sich der Kilomètre 0, der offizielle Ausgangspunkt der Route des Grandes Alpes. Von hier aus beginnt die Reise vom Genfersee in Richtung französische Hochalpen. (Route des Grandes Alpes)

Wenn man also beispielsweise in Genf oder irgendwo in der Umgebung übernachtet hat, fährt man am nächsten Morgen zunächst nach Thonon-les-Bains.

Und dort kann man sich entscheiden.

Entweder fährt man einfach weiter zu seinem eigentlichen Urlaubsziel. Oder man sagt dem Navi für diesen Tag höflich, dass es sich mit seinen Autobahnvorschlägen zurückhalten soll, und beginnt am Kilomètre 0 die Route des Grandes Alpes.

Wie lang ist die Route des Grandes Alpes?

Die offizielle Hauptroute zwischen Thonon-les-Bains und Nizza umfasst rund 720 Kilometer. Zusätzlich gibt es mehrere offizielle Varianten. Wer Hauptstrecke und ausgewählte Varianten miteinander kombiniert, kann daraus sogar eine Strecke von bis zu rund 890 Kilometern machen. (Route des Grandes Alpes)

720 Kilometer klingen zunächst gar nicht besonders dramatisch. Auf einer deutschen Autobahn könnte man daraus einen ziemlich langen, aber machbaren Fahrtag machen.

Auf der Route des Grandes Alpes wäre das eine ausgesprochen schlechte Idee.

Hier fährt man über Pässe, durch Bergdörfer, über Serpentinen und ständig hinauf und wieder hinunter. Dazu kommen Aussichtspunkte und wahrscheinlich das permanente Bedürfnis, schon wieder irgendwo anzuhalten.

Die Route ist deshalb als mehrtägige Reise gedacht.

Mit dem Auto würde ich persönlich gar nicht versuchen, möglichst viele Kilometer am Tag abzuhaken. Der eigentliche Sinn besteht schließlich darin, die Strecke zu erleben.

Der nördliche Teil: Vom Genfersee hinein in die Alpen

Direkt hinter Thonon-les-Bains beginnt die Landschaft sich zu verändern.

Die Route führt vom Genfersee durch das Chablais in Richtung Morzine und Les Gets. Dabei kommt man durch das Tal der Dranse und passiert die Gegend der Gorges du Pont du Diable.

Morzine ist bereits ein richtiges französisches Bergdorf und wäre deshalb auch ein möglicher erster Übernachtungsort, wenn man am Ankunftstag nicht mehr besonders weit fahren möchte.

Die offizielle Route führt anschließend über den Col des Gets auf 1.163 Metern weiter Richtung Cluses. (Route des Grandes Alpes)

Damit bekommt man am ersten Tag bereits Genfersee, Schluchten, Bergdörfer und den ersten Pass.

Und dabei hat die eigentliche Hochgebirgsveranstaltung noch gar nicht richtig angefangen.

Von Cluses über den Col de la Colombière nach Le Grand-Bornand

Ab Cluses wird die Route für mich persönlich besonders interessant.

Denn hier verlässt sie das Arve-Tal und führt über Le Reposoir hinauf zum Col de la Colombière auf 1.613 Metern.

Die offizielle Route beschreibt diesen Abschnitt von Cluses bis Le Grand-Bornand mit rund 30 Kilometern. Dabei passiert man Le Reposoir, die Bargy-Bergkette und schließlich den Col de la Colombière, bevor die Straße über Chinaillon hinunter nach Le Grand-Bornand führt. (Route des Grandes Alpes)

Und genau hier könnte man die Route hervorragend unterbrechen.

Wer beispielsweise ohnehin in Le Grand-Bornand übernachten möchte, fährt einfach vom Genfersee über einen Teil der Route des Grandes Alpes bis dorthin und macht Schluss für diesen Tag.

Man muss nicht weiterfahren, nur weil die Route noch ungefähr 600 Kilometer übrig hat.

Das finde ich an dieser Strecke gerade so interessant: Sie lässt sich in kleine Stücke zerlegen.

Meine mögliche erste Etappe ab Genf

Für mich persönlich ergibt sich dadurch eine ziemlich reizvolle Möglichkeit.

Wenn ich in der Nähe von Genf übernachtet habe, könnte mein Tag ungefähr so aussehen:

Genf → Thonon-les-Bains → Kilomètre 0 → Morzine → Les Gets → Cluses → Le Reposoir → Col de la Colombière → Le Grand-Bornand.

Damit hätte ich tatsächlich einen Teil der echten Route des Grandes Alpes gefahren und wäre gleichzeitig dort angekommen, wo ich ohnehin übernachten möchte.

Das ist natürlich ein bisschen länger als die direkte Verbindung.

Aber genau darum geht es.

Wenn ich möglichst schnell ankommen möchte, nehme ich die schnelle Straße. Wenn ich einen Reisetag daraus machen möchte, nehme ich die Berge.

Le Grand-Bornand ist noch lange nicht das Ende

Wer die Route weiterfahren möchte, kommt anschließend in eine der schönsten Gegenden der nördlichen französischen Alpen.

Von Le Grand-Bornand geht es Richtung La Clusaz und Col des Aravis und anschließend weiter ins Val d’Arly.

Damit verändert sich die Landschaft wieder. Die schroffen Kalkberge der Aravis begleiten die Straße, während sich an verschiedenen Stellen der Blick Richtung Mont Blanc öffnet.

Hier könnte man problemlos einen weiteren Tag verbringen, ohne auch nur annähernd die gesamte Route fahren zu müssen.

Und anschließend wird es noch interessanter.

Richtung Beaufortain und Cormet de Roselend

Weiter südlich erreicht die Route die Gegend des Beaufortain.

Hier liegt einer der Pässe, den ich mir nach meiner Recherche besonders merken würde: der Cormet de Roselend auf knapp 2.000 Metern.

Die Landschaft verändert sich gegenüber den grüneren Bergen Hochsavoyens deutlich. Hochalpine Straßen, Stauseen und kahle Bergflanken übernehmen langsam das Kommando.

Der Lac de Roselend mit seinem intensiv gefärbten Wasser gehört zu den berühmtesten Landschaften entlang dieses Abschnitts.

Wer die Route des Grandes Alpes nur teilweise fahren möchte, könnte auch hier wunderbar einen Schnitt machen und irgendwo im Beaufortain übernachten.

Bourg-Saint-Maurice und der Col de l’Iseran

Weiter südlich kommt man über Bourg-Saint-Maurice in eine völlig andere Dimension der Alpen.

Über Val-d’Isère führt die Route zum Col de l’Iseran auf 2.764 Metern.

Er ist einer der höchsten asphaltierten Alpenpässe überhaupt und der höchste Punkt der Hauptstrecke der Route des Grandes Alpes. (Route des Grandes Alpes)

Hier befinden wir uns endgültig nicht mehr in der Kategorie gemütliche Voralpenstraße.

Der Iseran liegt weit oberhalb der Baumgrenze. Die Landschaft wird karg, riesig und hochalpin.

Und genau deshalb ist die Route saisonabhängig.

Route des Grandes Alpes bedeutet auch: Wintersperren

Das ist bei der Reiseplanung enorm wichtig.

Die Route des Grandes Alpes ist keine Straße, die man einfach das ganze Jahr durchfahren kann.

Viele der großen Hochalpenpässe sind im Winter geschlossen. Besonders die höchsten Pässe können je nach Schneelage bis weit ins Frühjahr beziehungsweise in den Frühsommer hinein gesperrt bleiben und im Herbst wieder schließen.

Wer die komplette Route fahren möchte, sollte deshalb eher den Hochsommer beziehungsweise den frühen Herbst wählen und unmittelbar vor der Reise den aktuellen Zustand der einzelnen Pässe kontrollieren.

Selbst im September kann auf über 2.500 Metern bereits Schnee fallen.

Col du Télégraphe und Col du Galibier

Noch weiter südlich folgen zwei Namen, die praktisch jeder kennt, der schon einmal die Tour de France gesehen hat.

Zunächst kommt der Col du Télégraphe, anschließend der berühmte Col du Galibier.

Der Galibier erreicht 2.642 Meter und gehört damit zu den höchsten Punkten der gesamten Route. (Route des Grandes Alpes)

Hier bekommt man die klassische Hochalpenkulisse: gewaltige kahle Berge, Serpentinen, winzige Autos in einer riesigen Landschaft und Straßen, bei denen man sich gelegentlich fragt, welcher Mensch als Erster auf die Idee gekommen ist, genau dort eine Straße hinzubauen.

Für mich wäre spätestens hier klar: Wenn ich einmal die komplette Route des Grandes Alpes fahre, möchte ich Zeit dafür haben.

Durch solche Landschaften möchte ich nicht hetzen.

Col d’Izoard – einer der berühmtesten Pässe Frankreichs

Anschließend folgt der Col d’Izoard.

Besonders berühmt ist die sogenannte Casse Déserte, eine karge Landschaft aus Geröll, Felsen und bizarren Gesteinsformationen.

Das sieht kaum noch nach den grünen Alpen rund um den Genfersee aus.

Und genau darin liegt für mich der Reiz der Route des Grandes Alpes: Man fährt nicht 720 Kilometer durch dieselbe Berglandschaft.

Die Alpen verändern unterwegs ständig ihr Gesicht.

Weiter Richtung Südalpen

Je weiter man nach Süden kommt, desto mediterraner wird die Landschaft.

Die Vegetation verändert sich, die Täler wirken trockener, das Licht wird anders und irgendwann merkt man, dass das Mittelmeer tatsächlich näher kommt.

Zu den berühmten hohen Punkten der südlichen Route beziehungsweise ihrer Varianten gehört auch die Cime de la Bonette auf 2.802 Metern, der höchste Punkt, der im offiziellen Routennetz erreicht wird. (Route des Grandes Alpes)

Danach verliert die Landschaft allmählich ihren hochalpinen Charakter.

Und irgendwann taucht tatsächlich das Mittelmeer auf.

Wo endet die Route des Grandes Alpes?

Die Route endet heute an der Côte d’Azur bei Nizza beziehungsweise am Mittelmeer.

Und ich finde allein diese Vorstellung ziemlich großartig.

Man beginnt morgens beziehungsweise einige Tage zuvor am Genfersee zwischen grünen Bergen und fährt anschließend immer weiter über die höchsten französischen Alpenpässe, bis irgendwann Palmen und Mittelmeer auftauchen.

Genau deshalb ist die Route des Grandes Alpes nicht einfach eine Straße.

Sie ist eine komplette Alpenreise.

Muss man die Route komplett fahren?

Nein.

Und für meinen eigenen Urlaub ist genau das wahrscheinlich der wichtigste Punkt.

Ich werde nicht mal eben 720 Kilometer bis ans Mittelmeer fahren, nur weil irgendwo ein Schild Route des Grandes Alpes steht.

Man kann sich stattdessen einzelne Abschnitte aussuchen.

Wer bei Genf startet, könnte beispielsweise nur Thonon – Morzine – Les Gets – Cluses fahren.

Wer anschließend Richtung Le Grand-Bornand möchte, hängt noch Le Reposoir und Col de la Colombière dran.

Wer weiterfahren möchte, nimmt am nächsten Tag die Aravis dazu.

Und wer irgendwann einen kompletten Alpen-Roadtrip plant, kann daraus die große Reise vom Genfersee bis ans Mittelmeer machen.

Wo würde ich unterwegs übernachten?

Für den nördlichen Teil bieten sich mehrere Orte an.

Wer nur einen relativ kurzen ersten Tag möchte, könnte bereits Morzine auswählen.

Wer etwas weiterfahren möchte, könnte in Samoëns einen Abstecher von der klassischen Route einbauen oder in der Gegend von Cluses übernachten.

Und besonders reizvoll finde ich Le Grand-Bornand, weil man dafür über den Col de la Colombière fährt und am nächsten Morgen direkt in den Aravis weiterfahren kann.

Weiter südlich bieten sich anschließend Orte im Beaufortain, rund um Bourg-Saint-Maurice, in der Gegend von Val-d’Isère oder später entlang der südlichen Hochalpen an.

Man kann die Route deshalb ziemlich genau an die eigene Reise anpassen.

Route des Grandes Alpes mit Hund

Für die reine Autofahrt ist ein Hund natürlich kein Problem.

Interessant wird es erst bei den Zwischenstopps.

Denn entlang der Route liegen mehrere Nationalparks und Naturschutzgebiete, und dort gelten teilweise strenge Regeln für Hunde. Man sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass man an jedem Pass einfach aussteigen und mit dem Hund beliebig weit in die Berge laufen darf.

Das betrifft vor allem längere Wanderungen und geschützte Gebiete.

Für mich bedeutet das: Die Passstraße selbst kann wunderbar Teil eines Urlaubs mit Hund sein, aber bei jedem geplanten Spaziergang schaue ich vorher noch einmal nach den örtlichen Regeln.

Wie viele Tage braucht man für die komplette Route des Grandes Alpes?

Theoretisch könnte man die Route mit dem Auto ziemlich schnell abfahren.

Das würde für mich allerdings den Sinn der ganzen Sache ruinieren.

Wer wirklich vom Genfersee bis ans Mittelmeer fahren möchte, sollte mehrere Tage einplanen. Ich persönlich würde eher fünf bis sieben Tage oder noch mehr daraus machen.

Dann kann man morgens gemütlich losfahren, an Aussichtspunkten halten, zwischendurch einen kleinen Spaziergang machen, irgendwo essen und auch einmal früher Schluss machen, wenn man einen Ort besonders schön findet.

Denn 720 Kilometer sind nicht das Problem.

Die Berge dazwischen sind der Grund, warum man überhaupt dort ist.

Meine Route ab Genf

Für meine eigene Reise ist momentan vor allem der nördliche Abschnitt interessant.

Wenn ich nach der Übernachtung bei Genf Lust auf einen richtigen Reisetag habe und das Wetter halbwegs mitspielt, würde ich nicht direkt nach Annecy beziehungsweise Le Grand-Bornand fahren.

Ich würde zunächst nach Thonon-les-Bains fahren.

Dort würde ich am Kilomètre 0 beginnen und anschließend der Route des Grandes Alpes über Morzine, Les Gets und Cluses folgen.

Ab Cluses würde ich über Le Reposoir und den Col de la Colombière weiterfahren und schließlich in Le Grand-Bornand landen.

Und dort kann die Route des Grandes Alpes für mich erst einmal warten.

Denn genau das gefällt mir an dieser Straße inzwischen fast am besten: Man muss ihr nichts beweisen.

Man kann 50 Kilometer fahren, 150 Kilometer oder irgendwann die kompletten 720 Kilometer bis ans Mittelmeer.

Die Route läuft nicht weg.

Und vielleicht ist genau das irgendwann eine ganz eigene Reise wert.

Route des Grandes Alpes – vom Genfersee bis ans Mittelmeer.

Ich glaube, die ist gerade ziemlich weit oben auf meiner Liste gelandet.


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Ich bin Daniela

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