
Der komplette Cinque Terre Guide
Wenn du „Cinque Terre“ bei Google eingibst, bekommst du ziemlich schnell das immer gleiche Italien serviert: bunte Häuser, die sich an steile Felsen klammern, kleine Häfen voller Boote, türkisblaues Mittelmeer und natürlich Manarola im Abendlicht.
Und weißt du was? Es sieht tatsächlich so aus.
Die Cinque Terre sind nicht eines dieser Reiseziele, bei denen man nach der Ankunft ein bisschen enttäuscht feststellt, dass der Fotograf offenbar sehr viel Fantasie und einen noch besseren Bildfilter hatte. Diese Küste ist wirklich spektakulär.

Trotzdem finde ich, dass man den Cinque Terre überhaupt nicht gerecht wird, wenn man morgens in La Spezia in den Zug steigt, nacheinander fünf Dörfer abhakt und abends verkündet: Cinque Terre erledigt.

Ich war mit dem Auto unterwegs, habe gecampt, die Region mit Hund erlebt und bin auch ins Hinterland gefahren. Und genau dort beginnt für mich der Unterschied zwischen einem Ausflug in die Cinque Terre und einem richtigen Urlaub in dieser Region.
Denn die Cinque Terre bestehen zwar offiziell aus fünf berühmten Dörfern. Aber landschaftlich endet diese faszinierende Ecke Italiens natürlich nicht am letzten Ortsschild.
Rundherum warten Berge, winzige Straßen, Wanderwege, unbekanntere Orte und Aussichtspunkte, an denen man auf einmal hoch über dem Mittelmeer steht. Dazu kommen Levanto, Portovenere, La Spezia und ein Hinterland, das viele Besucher überhaupt nicht kennenlernen.

Deshalb wird das hier auch kein „Cinque Terre an einem Tag“-Artikel.
Das ist mein großer Guide für alle, die wirklich Urlaub in den Cinque Terre machen möchten.
Wo liegen die Cinque Terre eigentlich?
Die Cinque Terre liegen in Ligurien an der nordwestlichen Mittelmeerküste Italiens. Übersetzt bedeutet der Name schlicht „fünf Länder“ beziehungsweise „fünf Ortschaften“.
Gemeint sind von Nord nach Süd:
Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore.
Die fünf Orte liegen zwischen Levanto im Norden und La Spezia im Süden an einem besonders steilen Abschnitt der ligurischen Küste.
Und genau diese Landschaft ist der Grund dafür, dass die Cinque Terre so außergewöhnlich aussehen.
Hier blieb zwischen Bergen und Meer kaum Platz für Siedlungen und Landwirtschaft. Über Jahrhunderte wurden deshalb Terrassen in die steilen Hänge gebaut. Auf ihnen entstanden unter anderem Weinberge und Olivenhaine. Dazwischen sitzen die Ortschaften teilweise geradezu abenteuerlich auf und zwischen den Felsen.
Gemeinsam mit Portovenere und den vorgelagerten Inseln Palmaria, Tino und Tinetto gehört die Kulturlandschaft seit 1997 zum UNESCO-Welterbe.
Das Spannende ist also nicht nur, dass die Häuser bunt sind.
Es ist diese komplette vom Menschen über Jahrhunderte geformte Landschaft zwischen Mittelmeer und Bergen.
Und genau die solltest du dir anschauen.
Wie viele Tage braucht man für die Cinque Terre?
Natürlich kannst du die Cinque Terre an einem Tag besuchen.
Mit der Bahn liegen zwischen den einzelnen Orten teilweise nur wenige Minuten Fahrzeit. Rein technisch kannst du morgens anfangen und bis zum Abend fünf Häkchen auf deine Liste setzen.
Monterosso: gesehen.
Vernazza: gesehen.
Corniglia: Treppe hoch, gesehen.
Manarola: Foto gemacht.
Riomaggiore: gesehen.
Fertig.
Kann man machen.
Ich würde es nicht machen.
Wenn du nur einen einzigen Tag zur Verfügung hast, würde ich lieber weniger Orte auswählen und diese tatsächlich erleben. Denn das Schönste an den Cinque Terre sind nicht fünf Bahnhofsschilder.
Du willst einmal oberhalb eines Dorfes stehen und aufs Meer schauen. Du willst durch eine Seitengasse laufen, einen Wanderweg ausprobieren, am Wasser sitzen und vielleicht mit dem Schiff einen Abschnitt der Küste sehen.
Und wenn du außerdem das Hinterland, Levanto oder Portovenere kennenlernen möchtest, werden aus einem Tagesausflug sehr schnell mehrere Urlaubstage.
Für mich sind die Cinque Terre deshalb kein Ziel, das man möglichst effizient „schaffen“ sollte.
Monterosso al Mare: Cinque Terre mit richtigem Strand
Monterosso ist das nördlichste der fünf Dörfer und unterscheidet sich deutlich von seinen vier Geschwistern.
Hier gibt es etwas, das entlang dieser steilen Küste ausgesprochen kostbar ist: Platz.
Und Strand.
Monterosso besteht aus einem älteren Ortskern und dem neueren Bereich Fegina. Dazwischen liegt der Hügel San Cristoforo.
Wenn du bei den Cinque Terre nicht nur durch Gassen laufen und fotografieren, sondern auch einmal tatsächlich am Meer liegen möchtest, ist Monterosso besonders interessant. Hier findest du den größten klassischen Strand der fünf Orte.
Dadurch wirkt Monterosso allerdings auch ein bisschen mehr wie ein Badeort und weniger wie das dramatische Cinque-Terre-Postkartenmotiv, das viele im Kopf haben.
Das macht den Ort aber keineswegs uninteressant. Gerade bei einem längeren Urlaub würde ich ihn nicht auslassen.
Vernazza: Der kleine Hafen, den vermutlich jeder fotografieren möchte
Wenn du mich fragst, welches Dorf dem klassischen Bild der Cinque Terre besonders nahekommt, landet Vernazza ziemlich weit vorne.
Der kleine Hafen liegt zwischen den Häusern, darüber steigen die Hänge steil an und schon nach wenigen Höhenmetern bekommst du fantastische Perspektiven auf den Ort.
Genau deshalb lohnt es sich in Vernazza, nicht ausschließlich unten am Hafen zu bleiben.
Die berühmten Ansichten entstehen von weiter oben.
Und da zeigt sich überhaupt ein Grundprinzip der Cinque Terre: Wer Aussicht möchte, muss meistens ein bisschen steigen.
Das kann eine Treppe sein.
Es können 200 Treppen sein.
Oder ein Weg, bei dem man sich irgendwann fragt, warum Italien offenbar beschlossen hat, waagerechte Landschaft komplett abzuschaffen.
Aber meistens lohnt es sich.
Corniglia: Das Dorf, das nicht unten am Wasser liegt
Corniglia ist der Sonderling unter den fünf Dörfern.
Während sich die anderen Orte direkt ans Meer schmiegen, liegt Corniglia ungefähr 100 Meter oberhalb der Küste.
Das bedeutet gleichzeitig: Wer mit dem Zug kommt, steht noch lange nicht im Dorf.
Zwischen Bahnhof und Ortskern wartet die berühmte Lardarina, eine lange Treppenanlage mit mehr als 300 Stufen. Alternativ gibt es einen Shuttlebus.
Vielleicht ist genau das ein Grund dafür, dass Corniglia häufig etwas weniger Aufmerksamkeit bekommt.
Ich finde gerade das interessant.
Denn Cinque Terre muss nicht immer Hafen plus bunte Häuser plus Menschenmenge bedeuten. Corniglia bietet eine andere Perspektive auf die Landschaft und fantastische Ausblicke über die Küste.
Manarola: Ja, genau dieses Foto
Manarola ist wahrscheinlich das Dorf, das du längst kennst, selbst wenn du noch nie dort warst.
Diese dicht gestaffelten bunten Häuser über dem Felsen sind eines der berühmtesten Motive Liguriens.
Und tatsächlich ist der Blick auf Manarola beeindruckend.
Besonders schön finde ich allerdings nicht nur das Dorf selbst, sondern wieder seine Einbettung in die Landschaft. Hinter den Häusern ziehen sich terrassierte Hänge nach oben, davor liegt das Meer und erst mit etwas Abstand ergibt alles zusammen dieses berühmte Bild.
Deshalb solltest du in Manarola unbedingt auch aus dem eigentlichen Ortskern herauslaufen.
Ein Cinque-Terre-Grundsatz, den man sich merken kann:
Die schönsten Blicke auf die Dörfer gibt es meistens außerhalb der Dörfer.
Riomaggiore: Steil, eng und herrlich italienisch
Riomaggiore ist das südlichste der fünf Dörfer und von La Spezia aus das erste, das du erreichst.
Auch hier bestimmen Höhenunterschiede den Ort. Häuser stehen dicht nebeneinander und übereinander, kleine Gassen und Treppen ziehen sich durch den Ort und unten wartet der winzige Hafen.
Besonders reizvoll ist Riomaggiore vom Wasser aus.
Denn erst mit etwas Abstand wird sichtbar, wie unglaublich die Häuser in diese Landschaft hineingebaut wurden.
Zwischen Riomaggiore und Manarola verläuft außerdem die berühmte Via dell’Amore, der Liebesweg. Er gehört zu den bekanntesten Wegen der Region.
Die Cinque Terre sind wunderschön. Und ja, sie sind voll.
Das gehört für mich in einen ehrlichen Guide.
Die Cinque Terre sind weltberühmt und entsprechend besucht.
Wenn mehrere Züge ankommen und zusätzlich Ausflugsschiffe beziehungsweise Reisegruppen unterwegs sind, können die winzigen Orte ausgesprochen voll werden.
Und „voll“ bekommt in einer 1,50 Meter breiten Gasse eine ganz andere Bedeutung als auf einem großen Marktplatz.
Deshalb würde ich meine Reise niemals nur danach planen, wann es in Ligurien am wärmsten ist.
Wer außerhalb der Hauptsaison reist, erlebt eine vollkommen andere Region.
Das gilt ganz besonders, wenn ein Hund mitkommt.
Cinque Terre mit Hund: Für mich nur März oder Oktober
Wenn du ohne Hund reist, kannst du bei der Reisezeit natürlich andere Maßstäbe anlegen.
Für einen richtigen Urlaub mit Hund in den Cinque Terre empfehle ich persönlich aber ausschließlich März und Oktober.
Und das meine ich tatsächlich so.
Ich würde weder den Hochsommer noch die klassischen warmen Randmonate schönreden.
Warum?
Weil diese Region für einen Hund besondere Anforderungen mitbringt.
Viele Wege liegen in der Sonne. Es geht ständig bergauf und bergab. Stein und Fels können sich aufheizen. In den engen Dörfern gibt es bei großem Besucherandrang kaum Möglichkeiten auszuweichen. Und wer mit seinem Hund wandern möchte, hat noch einmal ganz andere Ansprüche an die Temperaturen als jemand, der lediglich vom Bahnhof zum Café läuft.
Im März kannst du bereits wunderschöne Tage erwischen, während die große Hitze noch kein Thema ist.
Im Oktober ist das Meer vom Sommer noch vergleichsweise warm, die Temperaturen werden angenehmer und die Bedingungen für Unternehmungen mit Hund sind wesentlich besser.
Natürlich gibt es keine Wettergarantie. Auch im März kann es kühl und regnerisch sein und auch ein Oktobertag kann überraschend warm werden.
Aber wenn ich heute wieder einen Cinque-Terre-Urlaub mit Hund planen würde, wären März und Oktober meine beiden Monate.
Für alles Weitere habe ich einen eigenen ausführlichen Guide über Cinque Terre mit Hund.
Wandern in den Cinque Terre
Eigentlich versteht man die Cinque Terre erst richtig, wenn man wenigstens einen Teil zu Fuß erkundet.
Denn vom Zug aus siehst du Orte.
Vom Wanderweg aus siehst du Landschaft.
Das Wegenetz zieht sich nicht nur zwischen den fünf Dörfern entlang. Es gibt zahlreiche höher gelegene Wege und Verbindungen ins Hinterland.
Gerade diese höheren Wege finde ich spannend, denn von dort bekommst du die Dimensionen der Küste viel besser mit.
Allerdings darfst du die Strecken nicht unterschätzen. Die Entfernungen sehen auf einer Karte teilweise harmlos aus. Die Höhenmeter erzählen anschließend eine etwas andere Geschichte.
Hinzu kommt, dass Wege wegen Unwetterschäden, Erdrutschen oder Bauarbeiten zeitweise gesperrt sein können.
Deshalb solltest du vor einer Wanderung immer den aktuellen Zustand deiner geplanten Strecke kontrollieren.
Und vernünftige Schuhe gehören für mich hier nicht in die Kategorie „wäre ganz nett“.
Du musst tatsächlich sogar Strafe zahlen, falls Du mit FlipFlops oder andere modischen Schuhen in den Bergen erwischt wird.
Apropos bezahlen: Einige Wanderwege kosten tatsächlich „Eintritt“ und erfordern eine Voranmeldung. Aber ausgerechnet die lohnen sich sowieso nicht.
Mit dem Zug durch die Cinque Terre
Wenn du ausschließlich die fünf berühmten Dörfer besuchen möchtest, ist die Bahn genial.
Die Strecke verläuft entlang der Küste größtenteils durch Tunnel und verbindet Levanto, die fünf Dörfer und La Spezia miteinander.
Zwischen den einzelnen Orten liegen nur wenige Minuten.
Du kannst deshalb beispielsweise in Levanto wohnen oder campen, morgens in die Bahn steigen und wenig später in Monterosso aussteigen.
Für mehrere Fahrten gibt es die Cinque Terre Treno MS Card, die Bahnfahrten auf der entsprechenden Strecke mit weiteren Leistungen des Nationalparks kombiniert.
Welche Variante sich lohnt, hängt davon ab, was du an diesem Tag tatsächlich vorhast.
Und hier lohnt sich das Rechnen.
Nur weil irgendwo „Touristenkarte“ draufsteht, muss sie nicht automatisch günstiger sein.
Mit dem Schiff: Die Cinque Terre vom Meer aus
Mindestens einmal würde ich mir diese Küste vom Wasser aus ansehen.
Das verändert die Perspektive vollkommen.
Vom Meer erkennst du erst richtig, wie steil die Berge hinter den Orten aufsteigen und wie wenig Raum zwischen Fels und Wasser überhaupt vorhanden ist.
Mit Ausnahme von Corniglia können die Dörfer auch vom Wasser aus angefahren werden, sofern Saison und Wetter den Schiffsverkehr zulassen.
Besonders reizvoll finde ich die Verbindung Richtung Portovenere.
Denn dann bekommst du nicht nur die fünf Dörfer, sondern einen größeren Abschnitt dieser spektakulären Küstenlandschaft zu sehen.
Mit dem Auto in die Cinque Terre: Geht das überhaupt?
Ja.
Und gleichzeitig lautet meine Antwort: Es kommt darauf an, was du vorhast.
Das Auto wird in vielen Cinque-Terre-Guides fast behandelt, als würde es an der Grenze des Nationalparks spontan explodieren.
So schlimm ist es natürlich nicht.
Ich war selbst mit dem Auto in der Region unterwegs.
Aber du solltest unterscheiden zwischen mit dem Auto Urlaub in den Cinque Terre machen und jeden Morgen versuchen, mit dem Auto direkt in eines der fünf Dörfer hineinzufahren.
Letzteres würde ich nicht empfehlen.
Straßen sind kurvenreich, Entfernungen dauern länger, als die Kilometerzahl vermuten lässt, und Parkraum ist knapp.
Für einen Roadtrip ist das Auto dagegen großartig.
Denn damit erreichst du genau die Orte, die dir verborgen bleiben, wenn du ausschließlich zwischen fünf Bahnhöfen pendelst.
Mein Prinzip wäre deshalb:
Auto für die Region. Zug und Füße für die fünf Dörfer.
Und genau darüber berichte ich ausführlich auf meiner Seite Mit dem Auto durch die Cinque Terre.
Camping in den Cinque Terre: Levanto ist die perfekte Basis
Wenn du mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs bist, solltest du dir Levanto ansehen.
Direkt in den fünf berühmten Dörfern findest du keine klassischen Campingplätze. In Levanto dagegen gibt es mehrere Campingmöglichkeiten.
Und die Lage ist für einen Cinque-Terre-Urlaub nahezu perfekt.
Levanto liegt unmittelbar nördlich des Nationalparks und besitzt einen Bahnhof. Von dort ist Monterosso nur die nächste Station.
Das bedeutet:
Du kannst morgens dein Auto oder Wohnmobil einfach stehen lassen, zum Bahnhof laufen und wenige Minuten später mitten in den Cinque Terre sein.
Für mich ist das eine wesentlich entspanntere Lösung, als jeden Tag irgendwo an einer steilen Straße nach einem Parkplatz zu fahnden.
Außerdem ist Levanto selbst viel mehr als ein logistischer Parkplatz vor den Cinque Terre. Der Ort besitzt einen langen Strand, Restaurants, Geschäfte und eine ganz andere Atmosphäre als die fünf berühmten Dörfer.
Gerade wenn du mehrere Tage bleibst oder mit Hund unterwegs bist, ist etwas mehr Platz ausgesprochen angenehm.
Über meine Erfahrungen und die Möglichkeiten vor Ort erzähle ich ausführlich auf meiner Seite Camping in den Cinque Terre.
Levanto: Bitte nicht einfach durchfahren
Levanto wird manchmal nur als praktischer Ausgangspunkt betrachtet.
Das finde ich schade.
Der Ort ist zwar kein Bestandteil der fünf Cinque Terre, gehört für mich bei einem längeren Aufenthalt aber unbedingt dazu.
Hier hast du Strand, eine richtige Ortschaft und deutlich mehr Raum.
Außerdem kannst du von Levanto aus nicht nur mit dem Zug Richtung Monterosso fahren, sondern auch wandern.
Wenn du mehrere Tage in der Region verbringst, ist Levanto deshalb eine hervorragende Basis.
Das Hinterland der Cinque Terre: Hier wird es richtig interessant
Und jetzt kommen wir zu dem Teil, der mir bei vielen Cinque-Terre-Guides fehlt.
Dreh dich um.
Wirklich.
Alle schauen aufs Meer.
Dabei stehen hinter ihnen Berge.
Die Cinque Terre sind keine schmale hübsche Häuserzeile am Mittelmeer. Hinter der Küste erhebt sich ein bergiges Hinterland mit kleinen Straßen, Wäldern, Weinbergen, winzigen Siedlungen und fantastischen Aussichtspunkten.
Und dort verändert sich die Atmosphäre teilweise innerhalb weniger Kilometer.
Der Trubel verschwindet.
Die Reisebusse verschwinden.
Plötzlich sitzt du nicht mehr mit Hunderten anderen Menschen vor einem berühmten Fotomotiv, sondern fährst über kleine Straßen durch Ligurien.
Genau deshalb lohnt sich hier das Auto.
Wer nur mit der Bahn zwischen Levanto und La Spezia fährt, bekommt davon fast nichts mit.
Ich habe deshalb einen eigenen Guide über das Hinterland der Cinque Terre geschrieben.
Wenn du länger als einen Tag bleibst, würde ich dort unbedingt hineinschauen.
Portovenere: Für mich gehört es einfach dazu
Portovenere gehört offiziell nicht zu den fünf Cinque Terre.
Bei einer Reise in diese Gegend würde ich den Ort trotzdem keinesfalls auslassen.
Er liegt südöstlich der fünf Dörfer am Golf von La Spezia und bringt wieder eine ganz andere Kulisse mit.
Besonders markant ist die Kirche San Pietro, die ganz vorne auf der felsigen Landspitze über dem Meer steht.
Dazu kommen die bunten Häuser am Hafen, die schmalen Gassen, die Festung oberhalb des Ortes und die vorgelagerten Inseln Palmaria, Tino und Tinetto.
Portovenere ist für mich keine Notlösung nach dem Motto „Wenn noch Zeit ist“.
Ich würde dafür bewusst Zeit einplanen.
Monte Muzzerone: Einer meiner Aussichtstipps über Portovenere
Und wenn du schon in Portovenere bist, schau nach oben.
Dort wartet der Monte Muzzerone.
Das ist einer dieser Orte, die genau meinen Nerv treffen.
Unter dir Portovenere, daneben die Insel Palmaria, vor dir das Mittelmeer und rundherum diese schroffen ligurischen Felsen.
Von oben versteht man plötzlich die Geografie der ganzen Gegend viel besser.
Hier trifft der Golf von La Spezia auf die offene ligurische Küste und das Meer liegt weit unter dir.
Wenn du spektakuläre Aussichten liebst, würde ich den Monte Muzzerone sofort auf die Liste setzen.
La Spezia: Das Tor zu den Cinque Terre
La Spezia wird von vielen Reisenden hauptsächlich als Bahnhof benutzt.
Das ist verständlich, denn die Stadt ist verkehrstechnisch ein ausgesprochen praktischer Ausgangspunkt.
Von hier fahren Züge in die Cinque Terre und auch Portovenere lässt sich gut erreichen.
Wer mit dem Auto anreist und nicht in Levanto untergebracht ist, kann La Spezia deshalb ebenfalls als Basis wählen.
Ich persönlich würde bei einer Naturreise allerdings nicht meine gesamte Zeit dort verbringen. Dafür ist die Landschaft rundherum viel zu spannend.
Ostligurien ist mehr als Cinque Terre
Einer der größten Fehler bei einer Reise in diese Region wäre für mich, die Landeskarte exakt an den Grenzen der Cinque Terre abzuschneiden.
Du bist in Ostligurien.
Und hier gibt es noch wesentlich mehr zu entdecken.
Nördlich der Cinque Terre zieht sich die ligurische Küste weiter Richtung Genua. Dort liegen Orte wie Sestri Levante, Camogli und schließlich das berühmte Portofino.
Südöstlich warten Portovenere und der Golf von La Spezia.
Und nur wenig weiter beginnt bereits die Toskana.
Damit eignet sich die Gegend hervorragend für einen Roadtrip.
Portofino: Berühmt, teuer und trotzdem sehenswert
Portofino ist eines dieser Reiseziele, deren Name größer ist als der Ort selbst.
Der kleine Hafen mit seinen pastellfarbenen Häusern ist weltberühmt.
Entsprechend solltest du hier nicht unbedingt Einsamkeit erwarten.
Trotzdem würde ich Portofino bei einem Roadtrip durch Ostligurien mitnehmen, insbesondere wenn du ohnehin weiter Richtung Genua unterwegs bist.
Noch spannender wird es, wenn du nicht nur Portofino selbst anschaust, sondern auch die umliegende Küste einbeziehst.
Denn wieder gilt: Das eigentliche Kapital Liguriens ist seine Landschaft.
Von den Cinque Terre weiter in die Toskana
Südlich von La Spezia ist irgendwann Schluss mit Ligurien.
Aber natürlich noch lange nicht mit dem Urlaub.
Du erreichst schnell die nördliche Toskana und die Gegend um Carrara mit ihren berühmten Marmorbergen.
Und wenn du einen größeren Roadtrip planst, kannst du von dort immer weiter Richtung Süden fahren.
Deshalb tauchen bei meinen weiterführenden Reisezielen auch Orte auf, die geografisch nicht mehr zu den Cinque Terre und teilweise nicht einmal mehr zu Ligurien gehören.
Dazu zählt beispielsweise Capalbio in der südlichen Toskana.
Das ist dann kein „Ausflug von den Cinque Terre“ mehr, sondern die Fortsetzung einer Italienreise.
Und dann vielleicht noch Elba?
Wenn du schon mit dem Auto in Italien unterwegs bist, kann aus einem Cinque-Terre-Urlaub natürlich wunderbar ein größerer Roadtrip werden.
Und irgendwann steht man dann vor der ausgesprochen schwierigen Frage:
Warum eigentlich nicht noch ans Meer?
Noch mehr Meer, wohlgemerkt.
Die Insel Elba liegt vor der toskanischen Küste und lässt sich deshalb hervorragend in eine längere Reise durch Ligurien und die Toskana integrieren.
Mit den Cinque Terre selbst hat Elba geografisch nichts mehr zu tun.
Als Weiterreiseziel nach einem Cinque-Terre-Roadtrip passt die Insel dagegen hervorragend.
Baden in den Cinque Terre
Bei all den Bergen könnte man beinahe vergessen, dass wir uns am Mittelmeer befinden.
Baden kannst du natürlich. Aber nicht mit Hund. Und auch nicht hübsch. Fahre nicht in die Cinque Terre, wenn Du vorhast, wandern und Baden abzuwechseln, vergiss es. Hunde sind auch nirgends erlaubt im Wasser.
Du solltest allerdings keine kilometerlangen Sandstrände erwarten.
Der klassische Strandort unter den fünf Dörfern ist Monterosso. An anderen Stellen geht es über kleinere Buchten, Felsen oder Badeplätze ins Wasser.
Wenn Baden einen großen Teil deines Urlaubs ausmachen soll, würde ich deshalb auch Levanto berücksichtigen.
Wenn du dagegen morgens wandern, mittags ein Dorf anschauen und dich anschließend eine Stunde ins Mittelmeer werfen möchtest, bist du hier goldrichtig.
Cinque Terre als Roadtrip: So würde ich es machen
Wenn ich die Region noch einmal mit dem Auto bereisen würde, würde ich mich nicht jeden Tag auf einen anderen der fünf Orte stürzen.
Ich würde mir eine vernünftige Basis suchen.
Levanto bietet sich dafür besonders an, gerade beim Camping.
Von dort würde ich einzelne Tage für die fünf Dörfer einplanen und dabei Bahn, Wandern und gegebenenfalls Schiff miteinander kombinieren.
An anderen Tagen würde das Auto zum Einsatz kommen.
Dann geht es ins Hinterland, nach Portovenere, auf den Monte Muzzerone oder weiter entlang der ligurischen Küste.
Genau dadurch entsteht für mich ein richtiger Urlaub.
Nicht fünf Orte.
Eine ganze Region.
Mein Fazit zu den Cinque Terre
Ja, die Cinque Terre sind touristisch.
Ja, sie können voll werden.
Und nein, du wirst Manarola nicht ganz allein für dein persönliches Instagram-Fotoshooting bekommen.
Aber weißt du was?
Diese Landschaft ist den Besuch trotzdem wert.
Die Cinque Terre sind für mich vor allem deshalb so faszinierend, weil hier alles auf engstem Raum zusammenkommt: Berge, Meer, jahrhundertealte Kulturlandschaft, Weinberge, winzige Dörfer, Wanderwege und eine Küste, die stellenweise aussieht, als hätte jemand Italien mit einem Messer abgeschnitten.
Was ich allerdings nicht machen würde, ist hinfahren, fünf Dörfer abhaken und wieder verschwinden.
Nimm dir Zeit.
Fahr ins Hinterland.
Bleib in Levanto.
Geh wandern.
Nimm einmal das Schiff.
Fahr nach Portovenere und hoch zum Monte Muzzerone.
Und wenn du mit dem Auto unterwegs bist, nutze genau diesen Vorteil und schau dir die Orte an, an denen die meisten Cinque-Terre-Besucher vorbeifahren.
Denn ausgerechnet hinter den fünf weltberühmten Dörfern beginnt für mich der Teil der Reise, der richtig spannend wird.
Damit auch nichts mehr schiefgehen kann, hab ich noch ein paar weitere Seiten für Dich, die Dir bestimmt gut helfen können, Deinen Urlaub mit Hund in der Cinque Terre perfekt planen zu können
Hund im Hotelzimmer oder Ferienwohnung alleine lassen können






Hinterlasse einen Kommentar