
5 Geheimtipps für atemberaubende Aussicht
Es gibt Orte, die sind schön. Man steigt aus dem Auto, schaut sich um, macht ein Foto und denkt: Ja, nett hier.
Und dann gibt es Orte, bei denen ich erst einmal stehen bleibe.
Nicht, weil ich keine Worte dafür hätte. Wer mich kennt, weiß, dass dieser Zustand bei mir ausgesprochen selten vorkommt. 😄 Sondern weil die Landschaft so gewaltig ist, dass das Gehirn offenbar ein paar Sekunden länger braucht, um das Bild zu verarbeiten.

Genau solche Orte liebe ich.
Ich brauche im Urlaub nicht unbedingt die hübscheste Altstadt, das berühmteste Museum oder den Platz, an dem angeblich jeder einmal einen Kaffee getrunken haben muss. Gebt mir Berge. Gebt mir eine Straße, die sich irgendwo in eine vollkommen absurde Landschaft hineinschlängelt. Gebt mir Felsen, Täler und Aussichtspunkte, an denen ich mich frage, warum ich eigentlich jemals wieder nach Hause fahren sollte.
Und deshalb sind diese fünf Orte für mich echte Knaller. Sie könnten landschaftlich kaum unterschiedlicher sein: Schweizer Hochgebirge, österreichische Gletscherwelt, italienische Küste, ein wilder Berg in Ligurien und eine Hochebene mitten im Apennin.
Was sie gemeinsam haben?

Bei allen fünf möchte ich am liebsten jedem zurufen: Da musst du hin!
Furkapass: Diese Straße kann doch nicht ernst gemeint sein
Der Furkapass ist einer dieser Orte, bei denen schon die Anfahrt Teil des Spektakels ist.
Eigentlich ist „Anfahrt“ sogar das falsche Wort. Man fährt nicht einfach über den Furkapass. Man erlebt ihn Kurve für Kurve.
Die Straße schraubt sich durch eine Landschaft, die immer gewaltiger wird. Felswände, kahle Berghänge, Wasserfälle, Schneefelder und Gipfel tauchen auf, während die Straße selbst irgendwo mittendrin klebt.

Und genau das liebe ich an solchen Pässen: Du bekommst nicht den einen Aussichtspunkt, an dem du brav dein Foto machst und anschließend wieder ins Auto steigst. Die Aussicht verändert sich ständig.
Mal schaust du tief ins Tal hinunter, wenige Minuten später stehst du mitten in einer fast vegetationslosen Hochgebirgslandschaft.
Besonders faszinierend finde ich die Gegend rund um den Rhonegletscher. Auch wenn der Gletscher heute deutlich kleiner ist als früher, wird einem dort sehr deutlich bewusst, welche Kräfte diese Landschaft geformt haben.
Der Furkapass ist für mich deshalb viel mehr als eine Verbindung von A nach B. Wenn du dort einfach nur schnell drüberfährst, hast du eigentlich etwas falsch gemacht.
Anhalten. Aussteigen. Gucken.
Und wahrscheinlich zehn Minuten später wieder anhalten.
Zum Furkapass habe ich eine eigene ausführliche Seite, auf der ich dir die Strecke, die schönsten Stopps und alles Wissenswerte für die Fahrt genauer zeige.

Cinque Terre: Wenn Berge einfach ins Mittelmeer fallen
Ja, Cinque Terre ist berühmt.
Nein, Cinque Terre ist selbstverständlich kein Geheimtipp mehr.
Aber die Aussichten, die man dort entdecken kann, sind noch einmal eine ganz andere Geschichte.

Denn viele kennen vor allem diese typischen Bilder der fünf Dörfer mit ihren bunten Häusern. Was mich an der Region mindestens genauso begeistert, ist jedoch die Landschaft drumherum.
Die ligurische Küste ist dort unglaublich steil. Berge und Meer gehen praktisch ohne höfliche Übergangszone ineinander über. Dazwischen kleben Häuser, Weinberge und Wege an den Hängen.
Von oben wirkt das stellenweise vollkommen verrückt.
Tief unten liegt das Mittelmeer, vor dir zieht sich die zerklüftete Küste entlang und irgendwo zwischen Felsen und Grün taucht plötzlich wieder eines dieser kleinen Dörfer auf.

Gerade deshalb würde ich Cinque Terre niemals nur als „fünf hübsche Orte“ betrachten.
Die Landschaft ist der eigentliche Star.
Wer ausschließlich von Dorf zu Dorf fährt und dort jeweils sein obligatorisches Foto macht, bekommt nur einen Teil davon mit. Die wirklich großen Momente entstehen für mich dort, wo man ein bisschen Abstand gewinnt und Küste, Meer und Berge zusammen sieht.
Für Cinque Terre habe ich ebenfalls eine eigene Seite, auf der ich dir genauer zeige, wo es besonders schön wird und was du bei einem Besuch beachten solltest. Hier kommst Du dahin: Cinque Terre mit Hund
Großglockner: Österreich dreht den Landschaftsregler auf Anschlag
Die Großglockner Hochalpenstraße gehört zu den Orten, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob man überhaupt versuchen sollte, die Aussicht zu beschreiben.
Man fährt hinein und irgendwann besteht die Umgebung praktisch nur noch aus Bergen.

Aber nicht aus ein paar netten grünen Hügeln mit Kühen darauf.
Hier reden wir über richtiges Hochgebirge.
Die Straße führt auf rund 48 Kilometern mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern und steigt bis auf über 2.500 Meter an. Dabei verändert sich die Landschaft mit jedem Höhenmeter.

Unten noch Wald und Wiesen, weiter oben wird es karger und schließlich steht man in einer Welt aus Fels, Schnee und gewaltigen Gipfeln.
Und natürlich wartet dort der Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs.
Was mich an der Großglockner Hochalpenstraße besonders begeistert, ist diese unglaubliche Dichte an Aussichtspunkten. Man muss nicht stundenlang wandern, um plötzlich vor einem Panorama zu stehen, das aussieht, als hätte jemand für einen Naturfilm sämtliche Regler etwas zu weit nach rechts geschoben.
Und trotzdem lohnt es sich, nicht nur die großen bekannten Stopps anzufahren.
Ein paar Schritte weg vom Parkplatz können schon reichen, damit aus „schöne Aussicht“ plötzlich dieser eine Moment wird.
Der Moment, in dem man einfach dasteht und denkt:
Meine Güte, ist das schön hier.
Meine ausführliche Seite zur Großglockner Hochalpenstraße führt dich zu den schönsten Aussichtspunkten und zeigt dir, welche Stopps ich besonders spannend finde, hier
Heiligenblut und der Großglockner
Campo Imperatore: Italien kann auch Wilder Westen
Und dann kommt mein vielleicht ungewöhnlichster Kandidat.
Der Campo Imperatore.
Wer bei Italien zuerst an Toskana, Gardasee, Zypressen, Zitronen und Mittelmeer denkt, bekommt hier landschaftlich einen kleinen Kulturschock.
Denn mitten im Gran-Sasso-Massiv in den Abruzzen liegt eine riesige Hochebene auf ungefähr 1.500 bis 1.900 Metern Höhe.
Und plötzlich sieht Italien vollkommen anders aus.
Weite.
Kahle Berge.
Eine Straße, die scheinbar irgendwo im Nirgendwo verschwindet.
Kaum Häuser.
Kaum Bäume.
Dafür Landschaft bis zum Horizont.
Mich begeistert am Campo Imperatore gerade diese Leere. Die Landschaft braucht überhaupt keine spektakuläre Aussichtsplattform. Sie selbst ist das Spektakel.
Je nach Licht und Jahreszeit wirkt die Hochebene mal golden, mal grün, mal fast unwirklich karg. Darüber ragen die Berge des Gran Sasso auf, darunter der Corno Grande, mit 2.912 Metern der höchste Gipfel des Apennins.
Und du fährst mittendurch.
Das ist für mich eine der Landschaften, bei denen ein Roadtrip genau das sein darf, was ich mir darunter vorstelle: Nicht möglichst schnell irgendwo ankommen, sondern unterwegs ständig denken:
Halt. Hier muss ich noch mal raus.
Zum Campo Imperatore gibt es natürlich ebenfalls eine eigene Unterseite, denn diese Landschaft verdient deutlich mehr als einen kleinen Absatz.
Wenn man schon dort ist, unbedingt auch nach Scanno, denn der Blick auf den See gewinnt auch unbedingt einen Preis für ganz besondere Aussicht 😍

Monte Muzzerone bei Portovenere: Wenn du plötzlich über dem Mittelmeer stehst
Der Monte Muzzerone bei Portovenere ist genau meine Sorte Aussichtspunkt. Nicht nett. Nicht hübsch. Sondern einer dieser Orte, an denen ich vermutlich erst einmal dastehe und denke: Meine Güte, guck dir das an!

Der Berg erhebt sich unmittelbar über Portovenere an der ligurischen Küste. Und genau diese Lage macht ihn für mich so spektakulär. Hier schaust du nicht einfach von irgendeinem Hügel aufs Meer. Die Felsen fallen teilweise geradezu brutal Richtung Mittelmeer ab, unter dir liegt Portovenere und vor dir öffnet sich diese riesige blaue Fläche.
Dazu kommt der Blick auf die vorgelagerten Inseln Palmaria, Tino und Tinetto. Auf der anderen Seite beginnt die zerklüftete Küstenlandschaft, die weiter in Richtung Cinque Terre führt.
Und plötzlich versteht man auch, wie dramatisch diese ganze Gegend eigentlich ist.

Auf den üblichen Fotos von Portovenere sieht man den kleinen Hafen, die bunten Häuser und die berühmte Kirche San Pietro. Wunderschön, keine Frage. Aber erst von oben begreift man die Landschaft dahinter: Diese schroffen Felsen, das Meer und die Berge liegen hier so eng zusammen, dass kaum Platz für irgendetwas anderes bleibt.
Genau solche Aussichtspunkte suche ich auf Reisen.
Ich will nicht unbedingt irgendwo stehen, wo schon 300 Menschen vor mir das gleiche Foto machen. Ich möchte diese Stellen finden, bei denen allein die Anfahrt oder der Weg dorthin schon das Gefühl vermittelt: Hier oben könnte es richtig gut werden.
Und beim Monte Muzzerone wird es richtig gut.
Besonders faszinierend finde ich den Kontrast zwischen der wilden Felsküste und dem tiefblauen Mittelmeer. Bei klarer Sicht kannst du unglaublich weit über die ligurische Küste schauen. Und wenn das Licht am späten Nachmittag flacher wird und die Felsen wärmer erscheinen, dürfte es endgültig schwierig werden, mich dort wieder wegzubekommen.

Für mich ist der Monte Muzzerone deshalb einer der Aussichtstipps, die man bei einem Aufenthalt rund um Portovenere und Cinque Terre unbedingt auf dem Zettel haben sollte.
Zum Monte Muzzerone habe ich eine eigene Unterseite, denn bei einem solchen Ort reicht mir ein Absatz definitiv nicht.
Welcher dieser fünf Aussichtspunkte ist der schönste?
Keine Ahnung.
Und genau das gefällt mir daran.
Der Furkapass ist dramatisches Schweizer Hochgebirge. Der Monte Mottarone verbindet Alpenpanorama mit zwei Seen. Cinque Terre lässt Berge direkt ins Mittelmeer stürzen. Am Großglockner bekommt man eine ganze Hochgebirgswelt serviert. Und der Campo Imperatore sieht stellenweise aus, als hätte jemand ein Stück Zentralasien mitten nach Italien gelegt.
Ich würde keinen davon streichen wollen.
Was ich aber mittlerweile ziemlich genau weiß: Wenn ich eine Reise plane, suche ich nicht mehr nur nach Sehenswürdigkeiten.
Ich suche nach Landschaften, die mich umhauen.
Nach Straßen, auf denen schon die Fahrt zum Erlebnis wird. Nach Aussichtspunkten, an denen ich länger bleibe als geplant. Und nach diesen wunderbaren Momenten, in denen man das Handy irgendwann wieder einsteckt, weil sowieso kein Foto vernünftig festhalten kann, was gerade vor einem liegt.
Genau dafür fahre ich los.
Und wenn ich anschließend mit ungefähr 700 nahezu identischen Bergfotos zurückkomme, war der Urlaub vermutlich ziemlich gut.





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