Drei Geheimtipps für die Ostsee

Tolle Aussicht an der Steilküste

Drei Geheimtipps an der Mecklenburgischen Ostsee – mit Hund, Strand und ganz viel Ruhe

Es gibt Ostseestrände, an denen man morgens mit dem Hund ankommt und ungefähr drei Minuten später bereits damit beschäftigt ist, Leinen zu entwirren, fremden Picknickdecken auszuweichen und dem eigenen Hund zu erklären, dass der Labrador von Strandkorb 47 vermutlich nicht ausdrücklich zu seiner persönlichen Begrüßung angereist ist. Und dann gibt es diese anderen Orte. Strände, an denen man aus dem Auto steigt, einmal tief durchatmet und ziemlich schnell denkt: Ja. Genau deswegen sind wir eigentlich hier.

Meine drei persönlichen Lieblingsplätze an der Mecklenburgischen Ostsee sind Rerik, Usedom und Barendorf. Natürlich bin ich nicht so naiv zu glauben, dass ich dort im Hochsommer grundsätzlich allein mit meinem Dackel am Wasser stehe – wir reden schließlich immer noch von der Ostsee und nicht von einer bislang unentdeckten Insel im Pazifik. Aber alle drei Orte haben etwas, das ich beim Urlaub mit Hund sehr schätze: Man findet wunderschöne Strandabschnitte, kann mit etwas Geschick dem größten Trubel aus dem Weg gehen und hat vor allem drumherum genügend Natur, sodass der Urlaub nicht daraus besteht, morgens zum Hundestrand zu fahren, dort sechs Stunden herumzusitzen und abends wieder zurückzufahren.

Rerik – Ostsee auf der einen, Salzhaff auf der anderen Seite

Rerik ist für mich einer dieser Orte, bei denen schon die Lage ziemlich unfair schön ist. Auf der einen Seite liegt die Ostsee, auf der anderen das Salzhaff, und dazwischen bekommt man genau diese Mischung aus Wasser, Wind, Natur und kleinen Wegen, wegen der ich überhaupt so gern mit Hund an die Küste fahre.

Mit dem Dackel kann man hier wunderbar am Strand entlanglaufen, schnüffeln, buddeln, durchs flache Wasser stapfen und selbstverständlich die außerordentlich wichtige Aufgabe erledigen, sämtliche angeschwemmten Stöckchen einer gründlichen Qualitätskontrolle zu unterziehen. Gerade wenn man nicht unbedingt zu den beliebtesten Uhrzeiten an den Strand marschiert, findet man immer wieder Abschnitte, an denen es angenehm ruhig wird und der Hund nicht permanent zwischen Kinderburgen, Strandtaschen und anderen Vierbeinern hindurchnavigiert werden muss.

Was ich an Rerik aber mindestens genauso schön finde, ist das Drumherum. Man kann am Salzhaff entlanglaufen, kleine Wege nehmen, durch die Landschaft ziehen und aus einer kurzen Hunderunde ziemlich problemlos einen ausgedehnten Spaziergang machen. Dadurch ist Rerik auch an Tagen schön, an denen das Wetter beschlossen hat, einem eindrucksvoll zu demonstrieren, warum die Ostsee eben nicht die Karibik ist. Regenjacke an, Dackel einsammeln, loslaufen – und hinterher irgendwo einen Kaffee trinken. So gehört sich das.

Blick auf den Hafen am Salzhaff

Usedom – einfach mal die bekannten Ecken links liegen lassen

Bei Usedom denken viele sofort an die großen Kaiserbäder, Seebrücken und lange Promenaden. Alles wunderschön, keine Frage. Mit einem Hund, der eigentlich lieber rennen, schnüffeln und seine Ruhe haben möchte, muss ich allerdings nicht zwingend dort stehen, wo gerade halb Deutschland ebenfalls beschlossen hat, einen Strandtag einzulegen.

Und genau deshalb mag ich Usedom so gern: Die Insel ist groß genug, um sich ein ruhigeres Stück Ostsee zu suchen. Abseits der bekanntesten Badeorte gibt es lange Strandabschnitte und wunderschöne Natur, und wer morgens etwas früher unterwegs ist oder bewusst die weniger prominenten Zugänge nimmt, kann mit Hund herrliche Stunden am Wasser verbringen.

Dabei muss man auf Usedom sowieso nicht ständig am Strand kleben. Hinter der Küste beginnt eine ganz andere Landschaft mit Wäldern, Seen, Wiesen und stilleren Wegen, auf denen man teilweise nach wenigen Minuten kaum noch merkt, dass ein paar Kilometer weiter gerade jemand versucht, einen aufblasbaren Flamingo gegen den Ostseewind zu verteidigen.

Gerade diese Abwechslung macht Usedom für mich zu einem richtig guten Hundeurlaubsziel. Morgens eine Runde am Meer, später durch den Wald oder durchs Hinterland und abends vielleicht noch einmal kurz an den Strand – wobei „kurz“ beim Dackel bekanntlich ein sehr dehnbarer Begriff ist. Sobald irgendwo etwas interessant riecht, können aus geplanten zwanzig Minuten erstaunlich schnell anderthalb Stunden werden.

Barendorf – mein Tipp für alle, die nicht bespaßt werden müssen

Und dann wäre da noch Barendorf. Barendorf gehört für mich zu den schönsten Tipps für Menschen, die am Meer nicht unbedingt eine Promenade, zwanzig Geschäfte und alle hundert Meter einen Eisstand benötigen. Hier geht es wesentlich mehr um das, weswegen ich persönlich an die Ostsee fahre: Strand, Natur, Weite und Hund.

Der Strand wirkt natürlicher und weniger durchorganisiert, und genau das ist mit Hund herrlich. Man läuft los, der Dackel steckt seine Nase in den Wind und hat plötzlich ungefähr 700 Termine gleichzeitig. Hier muss geschnüffelt werden, dort liegt etwas höchst Verdächtiges im Sand und weiter vorne könnte möglicherweise eine Möwe sitzen, die dringend überwacht werden muss.

Besonders schön ist, dass man auch rund um Barendorf wunderbar weiterlaufen kann. Die Landschaft an der Küste eignet sich für längere Spaziergänge, und statt nur zwischen Parkplatz und Stranddecke zu pendeln, kann man einen ganzen Tag daraus machen. Gerade außerhalb der absoluten Hochsaison entsteht hier dieses herrliche Gefühl, wirklich mit dem Hund am Meer unterwegs zu sein und nicht lediglich gemeinsam einen freien Quadratmeter zwischen anderen Urlaubern ergattert zu haben.

Mein Ostsee-Tipp: Nicht unbedingt dorthin gehen, wo alle hingehen

Was Rerik, Usedom und Barendorf für mich verbindet, ist deshalb gar nicht der perfekte Hundestrand mit möglichst vielen Extras. Im Gegenteil. Ich brauche keine Hundedusche mit Goldarmatur, keinen eigenen Dackel-Bademeister und auch keinen Strandkorb mit eingebautem Leckerliautomaten. Ich möchte einen schönen Strand, Natur drumherum und genügend Platz, damit mein Hund einfach Hund sein darf.

Natürlich gelten auch an diesen Orten saisonale Regeln, und gerade im Sommer sollte man vorher schauen, an welchen Strandabschnitten Hunde erlaubt sind beziehungsweise wo die ausgewiesenen Hundestrände liegen. Aber wenn man ein bisschen flexibel ist, nicht unbedingt um Punkt zwölf am beliebtesten Strandzugang aufschlägt und bereit ist, auch einmal ein Stück zu laufen, findet man an der Mecklenburgischen Ostseeküste noch erstaunlich viele Ecken, an denen der Urlaub plötzlich wieder das wird, was er eigentlich sein sollte.

Leine aus der Tasche, Schuhe aus, Wind um die Nase – und dann einfach los.

Der Dackel weiß sowieso längst, wo es langgeht.

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2 Antworten zu „Drei Geheimtipps für die Ostsee“

  1. Avatar von Heidi Heinzlmeier
    Heidi Heinzlmeier

    Alle drei Tipps hören sich sehr gut an. Ich brauche auch keine Promenade, hundert Geschäfte und dutzend Strandkörbe. Deshalb gefällt mir Fischland-Darß-Zingst auch so gut. Aber deine Empfehlungen hören sich auch sehr verlockend für Hund und Mensch, gleichermaßen an.

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    1. Avatar von Daniela Dührkop

      Ja ich glaube ich möchte auch unbedingt nach Rerik mal wieder, wenn Spanien ausfällt, dann wenigstens das

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