
Alpine Wanderung mit Hund in Le Grand Bornand
Heute war einer dieser Tage, an denen man eigentlich schon morgens wusste: Das wird heiß. Sehr heiß. Rund 33 Grad waren angekündigt und damit war für uns klar, dass wir keine offene Bergtour machen wollten, bei der man stundenlang in der Sonne läuft. Also haben wir uns rund um Le Grand-Bornand eine Strecke ausgesucht, die zumindest zu einem guten Teil durch den Wald führen sollte.
Gestartet sind wir an der Bergstation Le Rosay. Von dort ging es zunächst erst einmal ordentlich bergauf. Nicht dramatisch, aber durchaus so, dass man schnell merkt, dass man eben nicht mehr unten im Tal unterwegs ist. Dafür bekommt man gleich zu Beginn genau das, was man sich von einer Wanderung in den französischen Alpen erhofft: saftige Bergwiesen, kleine Wege, verstreute Hütten und im Hintergrund diese gewaltige Kulisse der Aravis.

Die Landschaft ist dort wirklich schwer zu beschreiben, ohne dass es kitschig klingt. Es sieht stellenweise tatsächlich aus, als hätte jemand ein Alpenpanorama für einen Kalender gemalt. Grüne Wiesen, helle Felsen, Berge in mehreren Ebenen hintereinander und dazu immer wieder diese kleinen Wege, die irgendwo zwischen Alm und Wald verschwinden.

Nach dem ersten Anstieg führte unsere Runde dann in ein kleines Waldstück. Die spektakulären Ausblicke waren dort natürlich erst einmal weg, aber an diesem Tag war uns das ziemlich egal. Im Gegenteil. Der Wald war bei den Temperaturen fast ein Geschenk. Deutlich kühler, schattig und angenehm ruhig.
Unterwegs trafen wir außerdem sehr nette Leute, mit denen wir ein Stück ins Gespräch kamen. Genau solche Begegnungen machen eine Wanderung oft noch einmal besonders angenehm. Man läuft ein Stück zusammen, unterhält sich und irgendwann trennen sich die Wege wieder.

Für die Hunde war die Strecke trotz der Hitze insgesamt erstaunlich gut machbar. Entlang des Weges fanden wir immer wieder Wasserstellen, Tränken und kleine Wassergräben. Das war bei über 30 Grad natürlich wichtig. Wir hatten zwar zusätzlich Wasser dabei, aber jede Möglichkeit, die Pfoten oder den Bauch kurz ins Wasser zu halten, wurde dankbar angenommen.
Der schwierigste Teil kam ausgerechnet gegen Ende.

Irgendwann führte der Weg wieder aus dem Wald hinaus und plötzlich stand die Sonne praktisch senkrecht über uns. Von dem angenehmen Schatten war innerhalb weniger Meter nichts mehr übrig. Die 33 Grad, die wir vorher im Wald noch erstaunlich gut ausgehalten hatten, waren plötzlich mit voller Wucht da.
Da war dann auch die Motivation ziemlich eindeutig: zurück zur Bergstation.
Zum Glück lagen zu diesem Zeitpunkt nur noch ungefähr 30 Minuten vor uns. Viel länger hätte ich diesen offenen Abschnitt bei der Hitze auch nicht unbedingt gebraucht. Die Landschaft war weiterhin fantastisch, aber irgendwann gewinnt selbst das schönste Bergpanorama nicht mehr gegen das Bedürfnis nach Schatten und etwas Kaltem zu trinken.

Insgesamt waren wir ungefähr drei Stunden unterwegs.
Und trotz der Hitze bekommt diese Runde von mir eine klare 9 von 10.
Nicht unbedingt, weil jeder Meter spektakulär wäre. Gerade im Wald sieht man natürlich zeitweise weniger von den Bergen. Aber die Mischung macht die Tour so schön: alpine Wiesen, Wald, kleine Wege, Wasserstellen für die Hunde und immer wieder diese gewaltigen Ausblicke auf die Bergwelt rund um Le Grand-Bornand.
Bei normalen Temperaturen würde ich die Strecke jederzeit wieder laufen.

Bei 33 Grad allerdings nur mit ausreichend Wasser, möglichst frühem Start und einer Route, die tatsächlich längere Waldpassagen enthält. Denn sobald man aus dem Schatten herauskommt, merkt man sehr schnell, dass Sommer in den Alpen keineswegs automatisch angenehme Bergtemperaturen bedeutet.
Paul hatte auch noch einen super süßen Kuhkontakt
Hier sehr hier das Video Paul und die Kuh
Für uns war es trotzdem einer der schönsten Wandertage bisher.
Fazit: Wer rund um Le Grand-Bornand eine abwechslungsreiche Wanderung mit alpiner Landschaft sucht, findet rund um Le Rosay ausgesprochen schöne Möglichkeiten. Bei Hitze sollte man allerdings genau auf die Wegführung achten und Waldabschnitte ganz bewusst einplanen. Für Hunde sind die vorhandenen Tränken und Wassergräben unterwegs ein großer Vorteil.
Und landschaftlich?
Ganz einfach: wie aus dem Bilderbuch.







Hinterlasse einen Kommentar